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Musiker-Mindset

Bin ich jetzt ein Musiker oder ein Musikant?


Gibt es hier überhaupt einen Unterschied?


Ist das nicht sowieso alles das Gleiche?


Meine persönliche Meinung zu diesen Fragen teile ich dir etwas später im Blog mit.


Zuerst möchte ich auf den Blog-Titel zu sprechen kommen.


Was meine ich mit Musiker-Mindset?


Für mich persönlich ist neben den Skills, also das Können auf dem Instrument und auch das musikalische Wissen, wie Musiktheorie, Harmonielehre usw. auch entscheidend mit welcher Einstellung, also mit welchem Mindset ich an die Musik herangehe.


Heutzutage ist man als Musiker nicht nur Musiker sondern wenn man die Sache wirklich ernsthaft betreiben möchte ein Unternehmer in der Kreativbranche. Das bedeutet, es reicht leider nicht mehr nur noch gute musikalische Fähigkeiten zu haben sondern man darf sich auch für weitere Bereiche in der Musik, wie zum Beispiel Marketing, Finanzen usw. interessieren. Vor allem ist es heutzutage wichtig zu wissen, wie die Branche funktioniert. Was bedeuten zum Beispiel die Begriffe AKM (oder in Deutschland die GEMA), Austromechana und LSG?


Unter Musikern tauchen immer wieder Glaubenssätze auf, die eigentlich sehr viele Chancen verbauen und von vornherein verhindern, dass man als Musiker erfolgreich wird.


Analysieren wir einige dieser Glaubenssätze und schauen wir, was sich dahinter verbirgt.


  1. Mit der Musik, darf ich kein Geld verdienen. Ich bin ein Künstler und mache Musik nur wegen der Kunst. Würde ich des Geldes wegen machen, würde ich mich ja total verbiegen und mir und den anderen gegenüber nicht mehr ehrlich sein.

  2. Wenn ich oft genug spiele, werde ich bestimmt entdeckt und komme groß raus. Wenn meine künstlerischen Qualitäten sehr gut sind, werde ich deswegen entdeckt und Labels, Booker oder Manager werden auf mich aufmerksam und mich groß rausbringen.

  3. Ich bin ein Künstler und ich brauche nur Musik machen und auf dem Instrument gut sein, gut singen können (je nachdem), der Rest gehört nicht zu meinen Aufgabenbereichen. Wenn ich als Künstler gut genug bin, wird sich der Rest schon von alleine ergeben.

  4. Ich lasse die Kunst für mich sprechen. Die Leute da draußen wissen, was ich mit meiner Musik aussagen möchte. Einige werden die Qualität erkennen und andere nicht. Das ist im Prinzip auch völllig egal denn gute Kunst verkauft sich von selbst.

  5. Ich bin ein Künstler. Ich konzentriere mich nur auf die Musik. Alles andere ist nicht mein Job und außerdem würde die Kunst darunter leiden wenn ich mich auch noch um die anderen Dinge kümmern würde. Außerdem bin ich Künstler und kein Geschäftsmann.

  6. Um mit der Musik erfolgreich zu sein, brauche ich ein Label, einen Booker und am besten noch einen Manager. Solange ich kein Label, Booker oder Manager habe kann ich gar nicht weiterkommen mit der Musik. Ich brauche diese Leute schließlich damit ich mich voll auf die Musik konzentrieren kann.

  7. Um von meiner Musik gut leben zu können, muss ich sehr bekannt sein und brauche hunderttausende Fans. Die Menschen wollen für Musik nichts mehr ausgeben. Musik verkauft sich nicht mehr so gut und um wirklich davon leben zu können muss ich sehr große Stückzahlen verkaufen.

Warum verhindern solche Glaubenssätze den Erfolg?


Es ist heutzutage nicht mehr so, dass man als Musiker von einer Plattenfirma unter Vertrag genommen und gemanaged wird. Und falls doch dann sind Plattenfirmen heutzutage nicht mehr bereit einen Musiker von Grund auf aufzubauen. Wenn man von einer Plattenfirma unter Vertrag genommen werden möchte, wäre es gut wenn man es selbst schon soweit gebracht hätte und viele Auftritte hat und natürlich auch über eine dementsprechend große Fanbase verfügt.


Dabei stellt sich aber auch die Frage, brauche ich überhaupt eine Plattenfirma? Nein, heutzutage kann man definitiv auch ohne Plattenvertrag als Musiker erfolgreich sein. Dazu darf man aber die oben genannten Glaubenssätze überdenken.


Die Antworten darauf sind:


  1. Natürlich darf man mit der Musik Geld verdienen. Man soll es auch denn man das Geld wieder gut in die Musik investiert erschafft man sich die Möglichkeiten sich künstlerisch immer besser auszudrücken und mehr Möglichkeiten zu schaffen seine musikalischen Ideen umzusetzen.

  2. Wenn man oft genug spielt, wird man nicht zwangsläufig entdeckt. Klar ist es gut viel und oft zu spielen aber wenn man sich darauf verlässt, dass man dabei entdeckt wird ist das ungefähr so als würde man Lotto spielen. Die Gewinnchancen darf sich hier jeder selbst ausmalen.

  3. Wenn man sich "nur" als Künstler sieht, darf man sich auch nicht wundern wenn man "nur" ein Künstler bleibt. Wenn man mit der Musik erfolgreicher sein und viele Menschen erreichen möchte, dann ist man nicht nur Künstler sondern man ist ein Unternehmer in der Kreativbranche mit den dementsprechenden Aufgabenbereichen, die so anfallen. Darunter fallen unter anderem auch die Themen Finanzen, Marketing usw.

  4. Man kann die Kunst gerne für sich sprechen lassen. Man darf aber auch Mittel und Wege finden, die Sprache der Kunst so zu gestalten, dass sie viele Menschen verstehen und erreichen. Die Kreativität leidet darunter auf keinen Fall, eher findet man auf diese Art und Weise vielleicht sogar noch viel mehr Ausdrucksformen.

  5. Wie bei Punkt 3 schon erwähnt ist man nicht "nur" ein Künstler. Man ist Unternehmer und darf sich dabei um verschiedene unternehmerische Bereiche kümmern. Das mag auf den ersten Blick vielleicht langweilig oder sogar frustrierend klingen aber auf der anderen Seite behält man auch so die Kontrolle über seine Kunst und kann den Weg, den man gehen möchte zum großen Teil selbst gestalten.

  6. Es kann natürlich nicht schaden wenn man ein Label, einen Booker oder sogar einen Manager hat aber es schadet auch nicht wenn man selbst dafür die Verantwortung übernimmt. Wenn es mit der Zeit mit der Musik besser laufen sollte ist es natürlich sinnvoll gewisse Dinge zu delegieren. Dann ist man allerdings auch bereits in einem Stadium in dem es besser läuft und man schon über eine gewisse Anzahl an Auftrittsmöglichkeiten und eine größere Fanbase verfügt.

  7. Es stimmt, dass Menschen heutzutage nicht mehr viel für die Musik ausgeben. Auch durch das Musikstreaming werden keine großen Einkünfte erwirtschaftet. Jedoch gibt es verschiedene Möglichkeiten Musik zu kreieren. Man braucht dazu nicht hunderttausende Fans. Meine ganz persönliche Meinung dazu ist, dass ein Song heutzutage nicht mehr die Haupteinnahmequelle eines Musiker ist. Ein Song kann dazu dienen andere Produkte oder Dienstleistungen zu bewerben. Zu diesem Thema werde ich allerdings demnächst einen eigenen Blogartikel veröffentlichen.

Es ist also wirklich wichtig für sich selbst den Begriff Musiker weiter zu denken. Es geht nicht nur darum, Musik zu machen. Klar, das ist die schönste Tätigkeit von allen aber es ist auch mit der Zeit frustrierend wenn man zwar Musik macht aber keine Menschen damit erreicht. Deswegen darf man auch Freude zu den anderen Tätigkeiten erzeugen weil man weiß, dass man damit mehr Menschen erreichen kann...und das sollte auch das Ziel sein. Auch zum Thema Zielsetzung werde ich einen Blogartikel schreiben.


So...abschließend komme ich aber jetzt zurück zu den Fragen, die ich zu Beginn dieses Blogartikels gestellt habe.


Bin ich jetzt ein Musiker oder ein Musikant?


Ich bezeichne mich selbst als Musiker. Diese Definition hat meiner Meinung nach sehr viel mit dem besprochenen Mindset zu tun.


Ein Musikant ist jemand, der gelegentlich zum Tanz spielt oder bei einigen Veranstaltungen und Festen die Leute musikalisch unterhält.


Ein Musiker ist jemand, der sich professionell mit Musik befasst. Dabei geht es jetzt nicht zwangsläufig darum, dass man von der Musik leben kann sondern um die Einstellung zur Musik. Warum mache ich Musik? Wie will ich Musik machen? Wie gut sollen meine musikalischen Skills sein?


Was willst du sein? Ein Musiker oder ein Musikant? Letztendlich ist es völlig egal, welche Entscheidung du triffst. Es geht nur darum, dass dir die Musik Freude bereitet und du mit deinem musikalischen Weg zufrieden und glücklich bist.


Musikerleben - Musik erleben


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