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Ich möchte nicht nur über Musik reden. Ich möchte sie machen.

13. Sept.
3 Min. Lesezeit

In letzter Zeit habe ich viel über Musik geschrieben. Ich habe viel gepostet, ich habe regelmäßig meinen Podcast aufgenommen, meinen Blog geschrieben und meinen Newsletter versendet. Aber nicht nur das. Ich habe mit Freunden, Bekannten und Arbeitskollegen viel darüber geredet, was ich musikalisch gerne machen möchte. Ich habe von meinen Plänen geredet und darüber geredet, wie ich etwas umsetzen möchte. Natürlich habe ich auch viel unterrichtet und dabei gezeigt, was ich kann und wie man etwas auf der Gitarre lernen und umsetzen kann. Auch in diesen Fällen habe ich natürlich viel über die Musik geredet.


Was darunter aber oft gelitten hat war, dass ich selbst wirklich Musik gemacht habe. Das zieht sich auch irgendwie wie ein roter Faden durch die letzten Jahre bei mir. Viel geredet und geplant und das alles hatte zum Großteil mit Musik zu tun. Aber es war oft der Fall, dass ich nicht wirklich zur Umsetzung gekommen bin und aktiv Musik gemacht habe.


Es ist ja so.


Wenn ich einen Blogartikel über mein Musikerleben schreibe, arbeite ich an meinem Musikprojekt.


Wenn ich einen Instagram-Beitrag erstelle, arbeite ich an meiner Sichtbarkeit.


Wenn ich einen Unterricht vorbereite, arbeite ich als Musiker bzw. als Musiklehrer.


Wenn ich meine Einnahmen plane oder ein Angebot entwickle, arbeite ich an meinem Musikbusiness.


Das alles ist natürlich wichtig.


Aber es ist auch nicht dasselbe wie einfach die Gitarre in die Hand zu nehmen, einen Song zu schreiben, etwas aufzunehmen oder einfach nur Musik zu machen.


Ich möchte mir ja mit der Musik etwas aufbauen und es hat sich dabei Folgendes herausgestellt. Je mehr ich versuche, Musik wirklich zu leben, desto mehr Aufgaben entstehen, bei denen ich gar nicht aktiv Musik mache.


Die Tätigkeiten bestehen dann oft mehr aus Organisation, Marketing, Buchhaltung, Content, Kommunikation, Vorbereitung und Planung.


Das ist eigentlich paradox.


Ich möchte mehr von der Musik leben und genau dadurch entstehen mehr Aufgaben, die mich eigentlich davon abhalten, wirklich Musik zu machen.


Das ist wahrscheinlich auch eine ganz natürliche und normale Entwicklung und es gehört wahrscheinlich dazu. Ich möchte das allerdings auch bewusst wahrnehmen.


Mit meinem Projekt “Musikerleben - Musik erleben” und dem dazugehörigen Blog, Podcast und Newsletter dokumentiere ich meinen Weg im Leben als Musiker.


Aber dieses Projekt braucht natürlich auch etwas, das es überhaupt dokumentieren kann.


Wenn ich jede Woche darüber spreche, was mir Musik bedeutet aber selbst keine Songs mehr schreibe, nichts mehr produziere, keine Gitarre mehr spiele oder nicht mehr auftrete, entsteht irgendwann ein Widerspruch.


Dann würde mein Projekt irgendwann etwas dokumentieren, das in meinem eigenen Alltag immer weniger stattfindet.

Ich sollte mich deswegen auch mit so unbequemen Fragen beschäftigen wie:


“Mache ich gerade Musik oder beschäftige ich mich hauptsächlich eher damit Musiker zu sein?”


Mein Leben besteht zurzeit aus vielen musikalischen Aktivitäten wie für einen Auftritt üben, Unterricht vorbereiten, Songs produzieren, Content erstellen und beruflich mit der Musik voranzukommen.


Aber vielleicht braucht mein Musikerleben manchmal auch einfach nur Musik aus der nicht unbedingt etwas entstehen muss.


Gitarre nehmen und spielen.


Einen Song ausprobieren, der nie veröffentlicht wird.


Eine Akkordfolge entdecken.


Zu einem Playback improvisieren.


Musik hören und dabei auf etwas kommen.


Kein Reel. Kein Blogthema. Kein Produkt. Kein Einkommen.


Einfach Musik.


Natürlich möchte ich mir mit der Musik etwas aufbauen. Deshalb kann ich nicht einfach sagen:


“Ab jetzt mache ich nur noch Musik und kümmere mich nicht mehr um Marketing, Finanzen, Unterrichtsvorbereitungen und Content.”


Das wäre zwar eine schöne Vorstellung, würde aber meinem tatsächlichen Ziel widersprechen.


Die Lösung ist also nicht, alles rund um die Musik abzuschaffen.


Die Frage lautet eher:


“Wie schaffe ich es, dass die Musik im Mittelpunkt bleibt und die anderen Dinge sie unterstützen?”


Deswegen frage ich mich selbst immer, wie es bei mir gerade tatsächlich aussieht.


Mache ich momentan genug Musik?


Verbringe ich manchmal mehr Zeit mit Planung, Content oder Organisation als mit der Gitarre?


Vielleicht stelle ich manchmal aber auch fest, dass das Verhältnis gar nicht so schlecht ist.


Die Dinge rund um die Musik sollen mir helfen, ein Musikerleben zu führen und sollen es nicht ersetzen.


Podcast, Blog, Newsletter, Social Media und mein Business dürfen wachsen.


Aber genauso sollen Songs entstehen.


Ich möchte besser Gitarre spielen.


Ich möchte produzieren.


Ich möchte auftreten.


Ich möchte Musik erleben.

Deshalb möchte ich in Zukunft bewusster darauf achten, dass in meiner Woche nicht nur Zeit für die Arbeit rund um meine Musik reserviert ist, sondern auch für die Musik selbst. Nicht weil daraus unbedingt etwas entstehen muss. Sondern weil genau das der Grund ist, warum ich all die anderen Dinge überhaupt mache.


Ich denke, dass auch genau das ein Teil dessen ist, was “Musikerleben - Musik erleben” für mich bedeutet.


Ich möchte nicht nur über Musik reden. Ich möchte sie machen.

 
 
 

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