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Für mich ist Musik längst kein Hobby mehr.

Als ich mit der Musik begonnen habe, war es ein sehr schönes Hobby für mich. Ich habe Gitarre gelernt und es war eine schöne Zeit und ich hab mich gefreut als ich dann meine ersten Lieder spielen konnte. Ich habe die Zeit richtig genossen und gar nicht daran gedacht, dass das Gitarrespielen oder die Musik an sich überhaupt irgendwann mal zu einem Beruf werden könnte.


Für mich gab es immer diese Trennung:


Ein Beruf ist das, womit man Geld verdient.

Ein Hobby ist das, was man in seiner Freizeit neben dem Beruf macht.


Das Hobby geschah dann immer in der Freizeit.


Irgendwann im Laufe der Zeit hat diese Trennung aber für mein persönliches Leben nicht mehr funktioniert.


Aber ab wann ist Musik eigentlich gar kein Hobby mehr?


Ist es dann, wenn man…


  • den ersten bezahlten Auftritt spielt?

  • regelmäßig auftritt?

  • Musik unterrichtet?

  • Songs schreibt?

  • Musik produziert?

  • Geld damit verdient?

  • versucht, sich damit ein Business aufzubauen?

  • ausschließlich davon leben kann?


Ich habe das Gefühl, dass von sehr vielen Menschen die Musik automatisch als Hobby wahrgenommen wird.


Vielleicht liegt es daran, dass es für viele Menschen schwer vorstellbar ist, Musik als ganz normale berufliche Tätigkeit zu betrachten.


Ich weiß gar nicht warum das so ist. Vielleicht ist es so, dass man meistens nur das Ergebnis sieht.


Man sieht:


  • jemanden auf der Bühne stehen

  • jemanden mit einer Gitarre

  • jemanden, der einen Song veröffentlicht.


Aber vieles, was dahinter steckt, sieht man nicht.


Nehmen wir das Beispiel eines Auftrittes her. Ein Auftritt dauert vielleicht zwei Stunden, manchmal sogar vier bis fünf Stunden.


Dahinter stehen aber:


  • üben

  • proben

  • Songs vorbereiten

  • Equipment

  • Anfahrt

  • Aufbau

  • Organisation

  • Kommunikation

  • Vermarktung

  • möglicherweise Buchhaltung


Dasselbe gilt auch beim Unterricht:


Die eine Stunde ist nur der sichtbare Teil.


Dahinter stehen Vorbereitung, Organisation, eigenes Lernen usw.


Oder aber auch beim Songwriting und Produzieren:


Am Ende hört jemand einen dreiminütigen Song.


Wie viele Stunden darin stecken, sieht niemand.


Trotz allem darf Musik aber auch trotzdem ein Hobby sein.


Man kann ein leidenschaftlicher Musiker sein und überhaupt kein Interesse daran haben, damit Geld zu verdienen.


Das ist völlig legitim.


Für mich hat sich diese Bedeutung verändert.


Manchmal gibt es ja auch die Vorstellung, dass die Freude verschwindet wenn man mit seiner Leidenschaft Geld verdient und daraus eine Arbeit wird.


Doch ist das wirklich so?


Bei mir ist eher das Gegenteil passiert.


Ich möchte professioneller werden. Ich möchte mit der Musik Geld verdienen und mir damit etwas aufbauen - gerade weil mir Musik so viel bedeutet.


Natürlich bringt das auch viele Aktivitäten mit sich, die nicht direkt etwas mit der Musik zu tun haben. Dazu zählen zum Beispiel Organisation, Finanzen, Vermarktung usw. Oder auch, dass man an Aufträgen arbeitet oder Unterrichtstage hat, an denen man müde und vielleicht sogar nicht ganz so motiviert ist.


Aber das macht die Leidenschaft nicht automatisch weniger wertvoll.


Für mich bedeutet Musik heute Leidenschaft, Arbeit, Einkommensquelle, Business, kreativer Ausdruck, Identität…und alle diese Dinge schließen sich nicht gegenseitig aus.


Ich möchte mir mit der Musik etwas aufbauen.


Ich möchte mehr musikalische Einnahmen haben.


Ich möchte Projekte entwickeln.


Ich möchte Musik nicht als etwas behandeln, das nur dann stattfindet, wenn nach allem anderen noch Freizeit übrig ist.


Ich behaupte jetzt nicht, dass ich bereits dort angekommen bin. Allerdings befinde ich mich auf dem Weg dorthin.


Und genau das möchte ich mit meinem Projekt “Musikerleben - Musik erleben” dokumentieren.


Musik hat für mich einmal als Hobby begonnen und natürlich macht sie mir heute noch genauso Freude.


Aber sie ist mittlerweile mehr geworden.


Sie ist Leidenschaft, Arbeit, eine Möglichkeit mir etwas aufzubauen und ein Teil meiner Identität.


Für mich ist Musik längst kein Hobby mehr.

 
 
 

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