Warum Vergleiche so gefährlich sein können.
- Andreas Esterl

- 12. Juli
- 2 Min. Lesezeit

In letzter Zeit habe ich immer wieder darüber nachgedacht, wie oft wir Menschen uns eigentlich mit anderen vergleichen. Ich glaube, dass das etwas ganz Natürliches ist. Oft passiert es sogar, ohne dass wir es bewusst wahrnehmen.
Gerade heute ist es so einfach geworden, das Leben anderer Menschen zu beobachten. Man öffnet Social Media und sieht Musiker auf großen Bühnen, erfolgreiche Songwriter, Produzenten mit beeindruckenden Studios oder Menschen, die scheinbar genau das erreicht haben, was man selbst gerne erreichen würde.
Auch ich habe mich immer wieder mit anderen verglichen.
Ich habe auf Musiker geschaut, die besser Gitarre spielen als ich. Auf Menschen, die erfolgreicher sind oder bereits von ihrer Musik leben können. Ich habe andere Projekte gesehen und mich gefragt, warum sie scheinbar schneller vorankommen als ich.
Ich glaube, dass daran grundsätzlich nichts Schlechtes ist. Vergleiche können auch motivieren. Sie können uns zeigen, was möglich ist. Man kann dadurch neue Ideen bekommen oder sich neue Ziele setzen.
Im Laufe der Zeit habe ich aber auch gemerkt, dass Vergleiche eine andere Seite haben können.
Irgendwann schaut man vielleicht nur noch darauf, was andere erreicht haben. Man sieht nur noch das Ziel der anderen, aber nicht mehr den eigenen Weg. Man vergisst dabei oft, dass jeder Mensch andere Voraussetzungen hat und dass jeder seinen eigenen Weg geht.
Mir ist dadurch bewusst geworden, dass ich viel zu selten auf das geschaut habe, was ich selbst bereits erreicht habe.
Ich habe Podcasts aufgenommen, Blogartikel geschrieben und Newsletter verschickt. Ich habe unterrichtet, Songs geschrieben und viele Stunden mit Musik verbracht. Natürlich bin ich noch lange nicht dort, wo ich gerne sein möchte. Aber wenn ich zurückblicke, merke ich trotzdem, dass ich Schritt für Schritt vorangekommen bin.
Seit ich weniger nach links und rechts schaue und mich mehr auf meinen eigenen Weg konzentriere, bin ich deutlich zufriedener geworden.
Ich vergleiche mich heute viel lieber mit der Person, die ich gestern oder vor einem Jahr war.
Was habe ich seitdem gelernt?
Was habe ich ausprobiert?
Welche Erfahrungen habe ich gemacht?
Ich glaube, dass das die viel sinnvolleren Fragen sind.
Natürlich wird es wahrscheinlich immer Menschen geben, die erfolgreicher sind oder weiter sind als man selbst. Genauso wird es aber auch Menschen geben, die gerade erst anfangen.
Deswegen glaube ich, dass Vergleiche dann gefährlich werden, wenn sie uns davon abhalten, unseren eigenen Weg zu gehen.
Vielleicht geht es gar nicht darum, besser zu sein als andere.
Vielleicht geht es vielmehr darum, jeden Tag ein kleines Stück weiterzugehen als gestern.
Und vielleicht besteht genau darin die eigentliche Weiterentwicklung.



Kommentare