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Weniger suchen. Mehr leben.

  • Autorenbild: Andreas Esterl
    Andreas Esterl
  • 21. Juni
  • 3 Min. Lesezeit

In den letzten Jahren war es immer wieder so, dass ich viele Bücher gelesen habe. Ich habe viele Podcasts angehört, YouTube-Videos geschaut, Kurse gekauft und Newsletter abonniert. Mir war es dabei wichtig immer wieder zu lernen, Neues zu entdecken und mich weiterzu entwickeln. Was ich im Laufe der Zeit jedoch bei mir selbst immer wieder beobachtet habe war, dass ich zwar beschäftigt war, mir immer wieder neues Wissen angeeignet habe und mich musikalisch und als Mensch vielleicht sogar weiter entwickelt habe…jedoch bin ich nie dazu gekommen wirklich etwas aktiv umzusetzen. Es blieb bei der Theorie und bei dem Wissen wie man etwas machen sollte. Gemacht habe ich letztendlich aber nur sehr wenig.


Irgendwann habe ich mich dann gefragt ob mir wirklich Wissen fehlt oder ob es nicht doch etwas ganz Anderes ist, das mir fehlt.


Ich wusste, dass ich regelmäßig Musik machen wollte.

Ich wusste, dass ich Songs schreiben wollte.

Ich wusste, dass Bewegung wichtig ist und dass ich fitter werden wollte.

Ich wusste, dass Zeit mit der Familie wichtig ist.


Eigentlich kannte ich die Antwort bereits.


Das Problem war zuletzt nie wirklich mein fehlendes Wissen. Das Problem war, dass ich viele Dinge einfach nie umgesetzt habe. Ich habe vielleicht viele Dinge begonnen aber nur sehr wenige davon auch wirklich durchgezogen.


Im Laufe der Zeit ist mir immer mehr bewusst geworden, dass ich mir wohl selbst oft etwas vorgemacht habe. Ich war immer irgendwie beschäftigt. Ich habe gearbeitet. Ich habe etwas getan. Aber letztendlich nie wirklich umgesetzt. Ich bin dabei wohl auf Nummer Sicher gegangen. Ich konnte dadurch keine Fehler machen. Ich konnte dadurch nicht scheitern. Ich bekam dadurch keine schlechten Kritiken. Ich habe mich eigentlich permanent in meiner Komfortzone befunden.


Vielleicht wollte ich dadurch immer die perfekte Lösung finden.

Vielleicht wollte ich dadurch Fehler vermeiden.

Vielleicht war der Konsum für mich einfacher als das Handeln.

Vielleicht war ich immer auf der Suche, nach genau dem Stück Wissen, das mir gefehlt hat um wirklich durchzustarten.


Mich hat das selbst irgendwie belastet, dass ich zwar aktiv war aber trotzdem immer auf der Stelle getreten bin und nie wirklich voran gekommen. Mir ist dadurch bewusst geworden, dass ich in meinem Tagesablauf oder in meiner Oranisation gewisse Dinge ändern sollte. Ich habe mich bei vielen Dingen immer mehr gefragt ob ich sie wirklich brauche oder ob es diese Dinge obwohl sie interessant, gut und wichtig sind letztendlich nur zu sehr meine Zeit beansprucht haben und mich gehindert haben im Leben wirklich etwas zu erschaffen.


Deswegen habe ich im Laufe der Zeit kontinuierlich viele Newsletter und Podcasts abzubestellen. Weniger YouTube-Videos zu schauen. Weniger Kurse zu machen. Die dadurch gewonnene Zeit möchte ich jetzt dafür nutzen um mehr Musik zu machen, mehr zu schreiben, mehr zu produzieren und meine Projekte wirklich voran zu bringen.


Ich möchte jetzt ausdrücklich sagen, dass Podcasts, YouTube-Videos, Newsletter, Bücher und Kurse, die wirklich gutes Wissen vermitteln absolut nicht schlecht sind und auch sehr empfehlenswert sind. Aber da wir heutzutage die Möglichkeit haben so viel Wissen dadurch zu erhalten und es auch sehr zeitaufwendig ist, dieses Wissen zu konsumieren, sollte man sich vielleicht selbst immer reflektieren und fragen, welches Wissen für die momentane Lebenssituation wirklich wichtig ist und dieses Wissen dann gezielt zu konsumieren. Zum Beispiel wenn ich vor einem Problem stehe, genau das Wissen zu suchen, das mir hilft, das Problem zu beseitigen. So habe ich es mir vorgenommen in Zukunft zu machen und die Zeit, die mir bleibt, wirklich dafür nutzen um Dinge umzusetzen.


Ich glaube nicht, dass Weiterbildung schlecht ist. Ich glaube aber, dass irgendwann der Zeitpunkt kommt an dem man aufhören sollte zu suchen und beginnen sollte zu leben.


Vielleicht liegt die Veränderung nicht in einem neuen Podcast, Buch, Kurs oder Newsletter.

Vielleicht liegt sie in dem, was wir bereits wissen.

 
 
 

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