Identität als Musiker - auch wenn niemand zusieht.
- Andreas Esterl

- vor 6 Tagen
- 2 Min. Lesezeit

Wenn man an Musiker denkt, hat man oft schon konkrete Vorstellungen. Man denkt oft an Bühnen, Auftritte oder veröffentlichte Songs.
Aber der größte Teil meines Musikerlebens passiert eigentlich dann wenn niemand zusieht.
Aber genau diese stillen Zeiten machen meine Identität als Musiker aus. Weil hier entsteht alles, was man später von mir sieht.
Die stille Seite meines Musikerlebens besteht zum Beispiel aus üben wenn ich alleine bin. Ich verbringe oft viel Zeit in meinem Homestudio. Ich bin dort alleine, übe oder bereite Dinge vor.
Aber ich übe natürlich nicht nur dort. Ich bereite meine Unterrichte vor, ich schreibe an Songs und produziere sie. In diesen Stunden bin ich oft alleine.
Ich denke dort auch viel nach. All das trägt dazu bei meine Identität als Musiker zu festigen.
Das ist jedoch nicht der einzige Bereich meines Musikerlebens. Genauso gehört der Alltag dazu. Haushalt, Unternehmungen mit der Familie. Alles Dinge, die mein Musikerleben abrunden und einen wesentlichen Teil davon ausmachen.
Diese Momente sind unspektakulär, machen aber einen Großteil meines Lebens aus.
Ich habe mir die Frage gestellt ob ich eigentlich nur dann ein Musiker bin wenn es Menschen sehen? Ist mein Musikerleben nur das, was andere von mir wahrnehmen wenn ich auf einer Bühne stehe oder wenn ich über meine Musik schreibe?
Ich denke, in solchen Augenblicken mache ich Musik. Aber das ist nur ein Teil meines Musikerlebens.
Es gibt auch viele Tage an denen es keine Auftritte, keine Likes und keine Aufmerksamkeit gibt. Aber auch an solchen Tagen bin ich Musiker.
Die Musik ist immer da.
Den Teil, den man sieht wenn man auf einer Bühne steht oder wenn man auf Social Media postet, zeigt sehr oft die Idealvorstellung eines Musikers. Spaß, Produktivität und Erfolg.
Was man nicht sieht sind die Zweifel, die langsame Entwicklung und die stillen Tage.
Warum sind gerade aber diese Augenblicke so wichtig für mich? Sie zeigen mir sehr oft, dass es nicht um Erfolg oder Reichweite geht sondern diese Momente zeigen mir warum Musik ein Teil meines Lebens geworden ist.
Diese Identität zeigt sich nicht in den großen Momenten sondern im Dranbleiben, im Weitermachen und in den stillen Tagen.



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