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Wenn aus Leidenschaft Arbeit wird.

vor 12 Stunden
9 Min. Lesezeit

Wie ich bereits in einem früheren Blogartikel geschrieben habe, habe ich zwischen Arbeit und Hobby differenziert. Arbeit war für mich alles, womit man Geld verdient, und ein Hobby war etwas, dem man in seiner Freizeit nachging.


Natürlich war das Hobby auch mit einer Leidenschaft verbunden und man versuchte oft, seinem Hobby so viel Zeit wie möglich zu widmen.


Für mich war Arbeit immer das, was meine Eltern zum Beispiel machten. Sie waren angestellt und mussten für eine gewisse Zeit bei der Arbeit sein und dafür verdienten sie Geld. Eine Arbeit war auch etwas, das ich mir suchen musste, sobald ich meine Schule abgeschlossen hatte. So habe ich Arbeit früher immer gesehen.


Während meiner Schulzeit und auch später neben meiner Arbeit habe ich immer Musik gemacht. Das war sozusagen immer mein Hobby, weil es auch von meinem Umfeld so gesehen und mir dadurch direkt oder indirekt so beigebracht wurde. Also war die Musik immer mein Hobby, unabhängig davon, ob ich nur zu Hause für mich spielte, in einer Band spielte, regelmäßig zur Probe fuhr, mit der Band auftrat oder damit sogar Geld verdiente. Es wurde immer als Hobby gesehen. Speziell von meinem Umfeld. Dadurch wurde ich natürlich geprägt und habe es auch selbst so betrachtet.


Im Laufe der Zeit hat sich meine Sichtweise darauf allerdings verändert. Ich betrachte alles, was ich mit der Musik mache, nicht mehr nur als Hobby, sondern auch als Arbeit. Damit meine ich jetzt nicht, dass es eine Arbeit ist, die ich als Belastung empfinde oder der ich nicht gerne nachgehe. Im Gegenteil. Ich liebe es, Musik zu machen, und deswegen gefällt mir auch der Gedanke, Musik als Arbeit zu sehen.


Für mich zählen Dinge wie einen Unterricht vorzubereiten, Gitarre zu üben, zu proben, zu unterrichten oder aufzutreten nicht mehr einfach nur als Hobby. Es ist definitiv auch Arbeit. Nicht nur, weil ich damit Geld verdiene, sondern auch, weil ich all diese Tätigkeiten mit einer gewissen Professionalität ausüben möchte.


Die Leidenschaft für die Musik ist die gleiche geblieben. Ich betrachte sie mittlerweile nur anders.


Wann wurde aber etwas, das ich aus Leidenschaft machte, zur Arbeit?


Wurde es erst ab dem Zeitpunkt zur Arbeit, an dem ich Geld damit verdiente?


Oder zählten das Üben und Proben auch bereits zur Arbeit, obwohl ich damit ja eigentlich nicht direkt Geld verdiente?


Ich habe oft über diese Frage nachgedacht und denke, dass die Frage, ob etwas Arbeit oder


Hobby ist, auch damit zusammenhängt, wie man selbst eine Sache sieht.


Für mich persönlich hat sich die Grenze zwischen Hobby und Arbeit verschoben. Sobald ich musikalische Tätigkeiten gezielt, verbindlich und mit einem professionellen Anspruch verfolge und damit konkrete berufliche Ziele verbinde, empfinde ich sie als Arbeit – auch wenn ich in diesem Moment nicht unmittelbar dafür bezahlt werde.


Was mich jetzt zu einer interessanten Frage bringt:


Warum wird Arbeit eigentlich so oft mit etwas Negativem verbunden?


Viele sagen häufig: „Ich muss arbeiten.“


Bei einem Hobby hingegen wird dann gesagt: „Ich möchte Gitarre spielen.“


Man könnte sich jetzt auch folgende Fragen stellen:


  • Wäre es nicht auch möglich, dass einem die Arbeit Freude macht?


  • Muss Anstrengung automatisch etwas Negatives sein?


  • Kann ich nach einem anstrengenden Auftritt oder Unterrichtstag erschöpft und trotzdem zufrieden sein?


  • Wird Musik weniger wertvoll, nur weil man damit Geld verdient?


Meine Antworten auf diese Fragen sehen so aus:


  • Ich sehe Musik als Arbeit und gehe mit Leidenschaft an die Sache heran.


  • Anstrengung muss nicht zwangsläufig negativ sein, wenn man weiß, wofür man diese Anstrengungen auf sich nimmt. Man kann das zum Beispiel mit dem Training vergleichen. Ein Workout kann durchaus sehr anstrengend sein und man quält sich manchmal durch. Aber trotz allem hat man danach ein gutes Gefühl und das ist für mich etwas sehr Positives.


  • Es gab Tage, da war ich wirklich müde und erschöpft nach einem Auftritt. Es gab auch Tage, an denen ich sehr viel unterrichtet habe. Aber diese Tage habe ich sehr oft glücklich und zufrieden beendet.


  • Wenn man mit Musik Geld verdient oder auch das Ziel hat, mit Musik Geld zu verdienen, bedeutet das nicht, dass Musik weniger wertvoll ist. Wenn man sieht, wie viele Menschen man damit erreichen kann und wie oft man Menschen mit Musik ein gutes Gefühl vermitteln kann, dann macht das die Musik für mich sehr wertvoll – unabhängig davon, ob man dafür jetzt bezahlt wird oder nicht.


Es gibt jedoch etwas, das sich wirklich verändert, wenn man Musik nicht mehr nur als Hobby, sondern auch als Arbeit betrachtet.


  • Sobald Musik beruflicher wird, entstehen Verpflichtungen.


  • Ein Schüler oder eine Schülerin erwartet, dass man pünktlich am vereinbarten Treffpunkt erscheint und gut vorbereitet ist.


  • Bei einem Auftritt kann ich nicht einfach entscheiden, dass ich keine Lust habe zu spielen.


  • Wenn jemand für eine Leistung bezahlt, gibt es Erwartungen.


  • Dazu kommen Organisation, Termine, Marketing, Rechnungen, wirtschaftliche Überlegungen usw.


Also kann es durchaus bedeuten, dass es nicht mehr nur heißt: „Ich kann Musik machen“, sondern manchmal auch: „Ich muss Musik machen.“


Das tut meiner Leidenschaft für die Musik aber keinen Abbruch. Im Gegenteil. Ich gebe der Musik in meinem Leben einen größeren Sinn. Ich weiß, dass Musik etwas Wunderbares ist. Sie löst viele Emotionen aus und kann Menschen auf der ganzen Welt verbinden.


Ich bin dankbar, Musik machen zu dürfen, und gebe ihr deswegen gerne einen größeren Stellenwert in meinem Leben.


Was passiert aber mit meiner Leidenschaft für die Musik, wenn irgendwann ein größerer Teil meines Lebensunterhalts davon abhängt?


Ich weiß es, ehrlich gesagt, noch nicht.


Vielleicht bedeutet es, dass ich mehr Zeit mit der Musik verbringe, mehr Erfahrungen sammle, mich weiterentwickle, dadurch eine größere Freiheit verspüre und genau das tun kann, was mir wichtig ist.


Vielleicht bedeutet es aber auch, dass ich mehr Verantwortung übernehmen muss, einen größeren wirtschaftlichen Druck verspüre, dadurch mehr Verpflichtungen übernehme und mehr Tätigkeiten ausführen muss, die ich nicht so gerne mache.


Beides darf gleichzeitig wahr sein.


Vielleicht gibt es in meinem Leben künftig Musik, die etwas leisten muss:


  • Unterricht.

  • Auftritte.

  • Produktionen.

  • Aufträge.

  • Vielleicht veröffentlichte Songs.


Und daneben Musik, die nichts leisten muss:


  • Gitarre spielen.

  • Improvisieren.

  • Irgendeine Akkordfolge ausprobieren.

  • Einen Song beginnen und wieder liegen lassen.

  • Etwas aufnehmen, ohne es zu veröffentlichen.


Es geht mir in erster Linie nicht darum, mit der Musik extrem viel Geld zu verdienen.


Es geht mir eher darum, wie Musik einen größeren beruflichen Stellenwert in meinem Leben

bekommen kann und trotzdem etwas bleibt, das ich liebe zu tun.


Ich möchte weiterhin darauf hinarbeiten, dass Musik einen größeren Teil meines beruflichen Lebens ausmacht. Dabei möchte ich aber beobachten, was das mit meinem Verhältnis zur Musik macht.


Vielleicht verändert sich eine Leidenschaft zwangsläufig, wenn sie gleichzeitig Beruf wird. Das muss nichts Schlechtes sein.


Aber ich möchte darauf achten, dass neben all den Verpflichtungen noch Platz für die Musik bleibt, die ich einfach deshalb mache, weil ich sie machen möchte.


Musik darf für mich Arbeit sein. Ich möchte nur nicht, dass sie irgendwann nur noch Arbeit ist.









Wie ich bereits in einem früheren Blogartikel geschrieben habe, habe ich ja zwischen Arbeit und Hobby differenziert. Arbeit war für mich alles womit man Geld verdient und ein Hobby war etwas, dem man in seiner Freizeit nachging.


Natürlich war das Hobby auch mit einer Leidenschaft verbunden und man versuchte oft seinem Hobby so viel Zeit wie möglich zu widmen.


Für mich war Arbeit immer das, was meine Eltern zum Beispiel machten. Sie waren angestellt und mussten dann für eine gewisse Zeit bei der Arbeit sein und dafür verdienten sie Geld. Eine Arbeit war auch etwas, das ich mir suchen musste sobald ich meine Schule abgeschlossen hatte. So habe ich früher Arbeit immer gesehen.


Während meiner Schulzeit und auch neben meiner Arbeit später habe ich immer Musik gemacht. Das war sozusagen immer mein Hobby weil es auch von meinem Umfeld so gesehen und mir dadurch direkt oder indirekt auch so beigebracht wurde. Also war die Musik immer mein Hobby, unabhängig davon ob ich nur zu Hause für ich spiele, ob ich in einer Band spielte, regelmäßig zur Probe gefahren bin, mit der Band dann aufgetreten bin und damit sogar Geld verdient habe. Es wurde immer als Hobby gesehen. Speziell von meinem Umfeld. Dadurch wurde ich natürlich geprägt und habe es auch so betrachtet.


Im Laufe der Zeit hat sich meine Sichtweise darauf allerdings verändert. Ich betrachte alles, was ich mit der Musik mache nicht mehr als Hobby sondern als Arbeit. Damit meine ich jetzt nicht, dass es eine Arbeit ist, die ich als Belastung empfinde oder der ich nicht gerne nachgehe. Im Gegenteil. Ich liebe es Musik zu machen und deswegen liebe ich auch die Musik als Arbeit zu sehen.


Für ich zählen so Dinge wie einen Unterricht vorzubereiten, Gitarre zu üben, zu proben, unterrichten oder aufzutreten nicht mehr als Hobby. Es ist definitiv Arbeit. Nicht nur weil ich damit Geld verdiene sondern auch weil ich alle diese Tätigkeiten mit einer gewissen Professionalität ausüben möchte.


Die Leidenschaft für die Musik ist die gleiche geblieben. Ich betrachte sie mittlerweile jetzt nur anders.


Wann wurde aber etwas, das ich aus Leidenschaft machte, zur Arbeit?


Wurde es erst zur Arbeit ab dem Zeitpunkt an dem ich Geld damit verdiente?


Oder zählte das Üben und Proben auch bereits zur Arbeit obwohl ich damit ja eigentlich nicht direkt Geld verdiente?


Ich habe oft über diese Frage nachgedacht und ich denke ob etwas eine Arbeit oder ein Hobby ist hängt damit zusammen wie man selbst eine Sache sieht. Wenn ich jetzt das Beispiel Gitarre spielen hernehmen. Es gibt Menschen, die spielen gerne auf der Gitarre, machen es manchmal, haben aber keine weiteren Ambitionen. Bei solchen Menschen würde ich es auch als Hobby bezeichne. Aber es gibt auch Menschen, die ehrgeiziger sind, immer besser auf dem Instrument werden wollen und wirklich das Ziel haben als Gitarrist etwas zu erreichen. Hier würde ich dann eher sagen, dass man es als Arbeit bezeichnen sollte. Auch wenn es noch Vorbereitungsarbeiten wie üben, lernen, proben usw. ist. Es ist Arbeit weil man mit all diesen Tätigkeiten gewisse Ziele verfolgt, die darauf ausgerichtet sind, mit der Musik voranzukommen und auch damit Geld zu verdienen.


Was mich jetzt zu einer interessanten Frage bringt.


Warum wird Arbeit eigentlich so oft mit etwas Negativem verbunden?


Viele sagen häufig: „Ich muss arbeiten.“


Bei einem Hobby hingegen wird dann gesagt: „Ich möchte Gitarre spielen.“


Man könnte sich jetzt auch folgende Fragen stellen:


  • Wäre es nicht auch möglich, dass einem die Arbeit Freude macht?


  • Muss Anstrengung automatisch etwas Negatives sein?


  • Kann ich nach einem anstrengenden Auftritt oder Unterrichtstag erschöpft und nicht trotzdem zufrieden sein?


  • Wird Musik weniger wertvoll nur wenn man damit Geld verdient?


Meine Antworten zu diesen Fragen sehen so aus:


  • Ich sehe Musik als Arbeit und gehe mit Leidenschaft an die Sache heran.


  • Anstrengung muss nicht zwangsläufig negativ sein wenn man weiß wofür man diese Anstrengungen auf sich nimmt. Man kann das zum Beispiel mit dem Trainieren beginnen. Ein Workout kann durchaus sehr anstrengend sein und man quält sich manchmal durch. Aber trotz allem hat man ein gutes Gefühl dabei und das ist für mich etwas sehr Positives.


  • Es gab Tage da war ich wirklich müde und erschöpft nach einem Auftrtitt. Es gab auch Tage, da habe ich sehr viel unterrichtet. Aber diese Tage habe ich sehr oft glücklich und zufrieden beendet.


  • Wenn man mit Musik Geld verdient oder aber auch wenn man das Ziel hat mit Musik Geld verdienen bedeutet es nicht, dass Musik weniger wertvoll ist. Wenn man sieht wie viele Menschen man damit erreichen kann und wie oft man Menschem mit Musik ein gutes Gefühl vermitteln kann, dann macht das die Musik für mich sehr wertvoll…unabhängig davon ob man dafür jetzt bezahlt wird oder nicht.


Es gibt jedoch etwas, das sich wirklich verändert wenn man Musik nicht mehr als Hobby sondern als Arbeit betrachtet.


  • Sobald Musik beruflicher wird, entstehen Verpflichtungen.


  • Ein Schüler oder eine Schülerin erwartet, dass man pünktlich am vereinbarten Treffpunkt erscheint und gut vorbereitet ist.

  • Bei einem Auftritt kann ich nicht einfach entscheiden, dass ich keine Lust habe zu spielen.

  • Wenn jemand für eine Leistung bezahlt, gibt es Erwarungen.

  • Dazu kommen Organisation, Termine, Marketing, Rechnungen, wirtschaftliche Überlegungen usw.


Also kann es doch bedeuteten, dass es nicht heißt „Ich kann Musik machen.“ sondern „Ich muss Musik machen.“


Das tut meiner Leidenschaft für die Musik aber keinen Abbruch. Im Gegenteil. Ich gebe der Musik in meinem Leben einen größeren Sinn. Ich weiß, dass Musik etwas Wunderbares ist. Sie löste viele Emotionen aus und kann Menschen auf der ganzen Welt verbinden.


Ich bin dankbar Musik machen zu dürfen und gebe ihr deswegen gerne einen höheren Stellenwert in meinem Leben.


Was passiert aber mit meiner Leidenschaft für die Musik wenn irgendwann ein größerer Teil meines Lebensunterhaltes davon abhängt?


Ich weiß es, ehrlich gesagt, noch nicht.


Vielleicht bedeutet es mehr Zeit mit der Musik verbringe, dass ich mehr Erfahrungen sammle, dass ich mich weiter entwickle, dass ich größere Freiheit dadurch verspüre und dass ich genau das tun kann was mir wichtig ist.


Vielleicht bedeutet es aber auch, dass ich mehr Verantwortung übernehmen muss, dass ich einen größeren wirtschaftlichen Druck verspüre, dass ich dadurch mehr Verpflichtungen übernehme und mehr Tätigkeiten ausführen muss, die ich nicht so gerne mache.


Beides darf gleichzeitig wahr sein.


Vielleicht gibt es in deinem Leben künftig Musik, die etwas leisten muss:


  • Unterricht

  • Auftritte

  • Produktionen

  • Aufträge

  • vielleicht veröffentlichte Songs


Und daneben Musik, die nichts leisten muss:


  • Gitarre spielen

  • improvisieren

  • irgendeine Akkordfolge ausprobieren

  • einen Song beginnen und wieder liegen lassen

  • etwas aufnehmen, ohne es zu veröffentlichen


Es geht mir in erster Linie nicht darum, dass ich mit der Musik extrem viel Geld verdienen möchte.


Es geht mir eher darum wie Musik einen größeren beruflichen Stellenwert in meinem Leben bekommen kann und trotzdem eine Sache bleibt, die ich liebe zu tun.


Ich möchte weiterhin darauf hinarbeiten, dass Musik einen größeren Teil meines beruflichen Lebens ausmacht. Dabei möchte ich aber beobachten, was das mit meinem Verhältnis zur Musik macht. Vielleicht verändert sich eine Leidenschaft zwangsläufig, wenn sie gleichzeitig Beruf wird. Das muss nichts Schlechtes sein. Aber ich möchte darauf achten, dass neben all den Verpflichtungen noch Platz für die Musik bleibt, die ich einfach deshalb mache, weil ich sie machen möchte.


Musik darf für mich Arbeit sein. Ich möchte nur nicht, dass sie irgendwann nur noch Arbeit ist.

 
 
 

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