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Der unternehmerische Künstler.

  • Autorenbild: Andreas Esterl
    Andreas Esterl
  • 1. März
  • 3 Min. Lesezeit

Viele Musiker wollen Kreativität, Selbstverwirklichung, künstlerische Freiheit. Und das ist auch ein gute Ansatz und total legitim. Kreativität heißt Grenzen durchbrechen, Ausdruck, Emotion. Das ist ein sehr guter Ansatz. Das einzige paradoxe Problem dabei ist, dass es dadurch leicht sein kann, dass man seine Kunst nur für sich selbst lebt. Wenn einem das genügt ist das völlig in Ordnung und absolut ok.

Wenn man allerdings seine Kunst mit vielen Menschen teilen möchte, viele Menschen dadurch erreichen und berühren möchte reicht es nicht wenn man sich nur als Künstler sieht. Wenn man möchte, dass die Kunst wächst und man mehr Möglichkeiten damit hat schadet es nicht wenn man sich nicht nur als Künstler sieht sondern auch als Unternehmer. Für viele Musiker oder Künstler klingt dieser Gedanke vielleicht sogar eher abschreckend und ich kann das verstehen. Es macht nicht immer Spaß, sich mit so Themen wie Marketing oder Finanzen zu beschäftigen. Aber früher oder später wird man darum nicht herum kommen wenn man möchte, dass man mit seiner Kunst viele Menschen erreichen möchte.


Auch ich legte mein Hauptaugenmerk lange auf die Musik bis mir klar wurde, dass meine Musik nicht mehr nur ein Hobby war sondern es sich immer mehr zu einem Unternehmen entwickelte. Vor allem als ich mit meinen Bands auf größeren Bühnen und Veranstaltungen spielen durfte. Solche Auftritte bekommt man nur wenn man bekannt wird und immer besser wird in dem, was man macht. Somit kommt das Thema, dass sich meine Musik immer mehr zu einem Unternehmen entwickelte.


Klar bedeutete das für mich auch, dass ich mit meiner Musik nicht nur das spielen oder machen konnte, was ich machen wollte sonder ich entwickelte mich als Gitarrist guter und bekannter Bands auch immer mehr zum Dienstleister. Natürlich bedeutete das für mich auch, dass ich nicht immer kreativ sein konnte sondern oft Songs einfach nur nachspielen musste. Auf der anderen Seite bedeutete das auch, dass ich mehr Geld damit verdiente was mir wiederum die Möglichkeit brachte, in Dinge wie gutes Equipment zu investieren, was meine Möglichkeiten erweiterte auch selbst wieder kreativer zu werden.


Ich lernte dadurch immer mehr, dass Kunst und Unternehmertum kein Widerspruch ist. Es ergänzt sich sogar vielmehr. Planung ist kein Verrat an Kreativität. Es schafft sogar einen ruhigeren Kopf. Diese Ruhe kann man dann dazu nutzen um wirklich frei und kreativ zu sein.


Wenn man kein System oder keine unternehmerische Struktur hat befindet man sich im Chaos. Man kann natürlich auch im Chaos kreativ sein. Ich habe für mich allerdings entdeckt, dass mich das in keiner Weise weiter bringt.


Unternehmerisches Denken bedeutet Verantwortung zu übernehmen. Nicht nur für die Musik sondern für sein ganzes Leben. Cashflow ist kein Feind der der Kreativität. Stabilität schafft Freiheit.


Wenn man sich ein stabiles Fundament mit seiner Kunst aufgebaut hat, zum Beispiel wenn man einen guten Cashflow mit Unterricht, Auftritten, Dienstleistungen erreicht hat ermöglicht es einen ruhigeren Kopf um seine eigene Identität zu finden. Man kann dadurch mit seinen eigenen Produktionen seinen eigenen Sound und seine eigene Vision finden.


Mit seiner eigenen Vision schafft man die Möglichkeit sich nicht zu verzetteln. So ging es mir leider sehr oft in letzter Zeit. Ich hatte zu viele Projekte, zu viele Ideen allerdings dadurch auch zu wenig Fokus und zu wenig Abschlüsse. Einfach nur weil keine wirklich klare Vision hatte.


Durch ein stabiles Fundament, das ich mir gerade erzeuge schaffe ich es jetzt auch Schritt für Schritt meine Vision umzusetzen und meine Musik wirklich zu leben.


Vielleicht ist die stärkste Form des Künstlers heute derjenige, der seine Kunst ernst genug nimmt, um sie strukturiert aufzubauen.

 
 
 

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