Wie sich mein Leben als Musiker wirklich anfühlt.
- Andreas Esterl

- 5. Apr.
- 3 Min. Lesezeit

Wenn man an das Leben eines Musikers denkt, hat man oft ein bestimmtes Bild im Kopf.
Menschen, die auf der Bühne stehen, Spaß haben und gute Stimmung verbreiten.
Oder Musiker, die im Tonstudio kreativ sind, Songs schreiben und Musik produzieren.
Oft verbindet man dieses Bild auch mit Freiheit.
Mein Leben mit der Musik sieht allerdings sehr oft ganz anders aus.
Natürlich gehört es auch dazu, dass ich auf der Bühne stehe oder meiner Kreativität freien Lauf lasse.
Aber das ist nur ein kleiner Teil meines Musikerlebens.
Ein großer Teil besteht aus Vorbereitung und Üben.
Vorbereitung für Auftritte.
Vorbereitung für den Musikunterricht.
Und natürlich regelmäßiges Üben, damit ich auf meinem Instrument besser werde.
Aber auch das ist nicht das ganze Bild.
Denn neben der Musik gehört auch der Alltag dazu.
Das bedeutet, dass ich – so wie viele andere Musikschaffende – einer Arbeit nachgehe, die nicht unbedingt etwas mit Musik zu tun hat.
Natürlich gehört auch das Familienleben dazu.
Und es gibt viele weitere Verpflichtungen, die im Leben eine Rolle spielen.
Das bedeutet auch, dass ich nicht den ganzen Tag Musik machen kann – auch wenn ich das gerne würde.
Ich muss mir bewusst Zeit nehmen und planen, um meinen musikalischen Aktivitäten nachzugehen.
Und das ist nicht immer so einfach.
Selbst wenn ich plane, kommt oft etwas dazwischen.
Und ich muss meine Planung wieder anpassen.
Eine weitere Sache, die oft passiert:
Ich nehme mir etwas vor.
Ich finde sogar die Zeit dafür.
Und trotzdem setze ich es nicht um.
Mein Kopf ist leer.
Ich schiebe es auf.
Oder es gibt andere Gründe, die mich davon abhalten.
Manchmal bin ich müde.
Manchmal unsicher.
Und manchmal einfach nicht fokussiert.
Und dann gibt es Tage, an denen ich so gut wie keine Zeit für Musik habe.
Und genau an diesen Tagen merke ich besonders stark, wie sehr ich sie eigentlich machen will.
Das ist genau dieser innere Konflikt.
Auf der einen Seite steht das, was ich mir wünsche:
Mehr Musik.
Mehr Fortschritt.
Mehr Entwicklung.
Und auf der anderen Seite steht mein reales Leben:
Begrenzte Zeit.
Begrenzte Energie.
Und viele andere Dinge, die genauso ihren Platz haben.
Manchmal fühlt es sich so an, als würde ich zwischen zwei Welten stehen:
Dem Leben, das ich habe.
Und dem Leben, das ich mir vorstelle.
Ein weiterer Punkt, der oft ein verzerrtes Bild vermittelt, ist Social Media.
Dort sieht man fertige Songs, Studioaufnahmen oder Auftritte.
Was man aber nicht sieht:
Die Tage, an denen nichts passiert.
Die Zweifel.
Das ständige Anfangen und wieder Aufhören.
Das alles gehört genauso dazu.
Wie sich mein Leben als Musiker entwickelt, liegt zu einem großen Teil auch an mir selbst.
An meinen Entscheidungen.
An meinem Fokus.
Und an meiner Konsequenz.
Es gibt viele Momente, in denen ich etwas tun könnte –
und es trotzdem nicht mache.
Und vielleicht ist genau das der Punkt.
Mein Leben als Musiker wird nie perfekt sein.
Es wird nie nur aus Musik bestehen.
Und es wird nie nur aus guten Tagen bestehen.
Aber es ist mein Leben.
Und letztendlich ist es das Leben, das ich durch meine Gedanken und meine Entscheidungen gestalte.
Vielleicht geht es nicht darum, das perfekte Musikerleben zu erreichen.
Sondern darum, in dem Leben, das man führt, Raum für Musik zu schaffen.
Das ist mein Leben als Musiker.
Und genau daraus entsteht alles Weitere.
Wenn dich dieses Thema anspricht, hör gerne in meine aktuelle Podcastfolge rein.
Dort spreche ich noch einmal ausführlicher darüber, wie sich mein Alltag als Musiker wirklich anfühlt.



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